Wie Sie den richtigen Kamineinsatz auswählen

Kamineinsatz ist das Herzstück Ihres Heizkamins

Bei der Auswahl des geeigneten Kamineinsatzes sind mehrere wesentliche Faktoren zu berücksichtigen. Deswegen sollen Sie sich mit dem Thema gut vertraut machen bevor Sie sich für ein bestimmtes Kamineinsatzmodell entscheiden.

Ein Heizkamin mit Kamineinsatz kann als Haupt- oder Zusatzheizung eingesetzt werden und bei richtiger Wahl können Sie jährlich viel Geld sparen.

Im ersten Schritt sollte man den geeigneten Kamineinsatztyp und die erforderliche Wärmeleistung bestimmen.

Welche der möglichen Einsatzmöglichkeiten eines Heizkamins mit Kamineinsatz beschreibt Ihre Situation am besten?
1. Hauptheizquelle (Wochenendhaus)
2. Zusatzheizung (Neubau, Haus, Wohnung)
3. Dekoration, gelegentliches Heizen

Kamineinsätze richtig auswählen – häufige Fragen

Welcher Kamineinsatztyp ist für mich geeignet?

einmantelige Kamineinsätze (ohne Warmluftmantel)

Bei einmanteligen Kamineinsätzen wird die Wärme direkt in den umgebenden Raum abgestrahlt. Sie können die Nebenräume durch geöffnete Türen (oder einen Mauerdurchbruch hinter dem Kamineinsatz) mitheizen.

Schema eines Heizkamins mit einmanteligem Kamineinsatz (ohne Warmluftmantel)
kamineinsaetze_einmantelig_schema
Kamineinsätze mit Warmluftmantel (Konvektionsmantel)

Bei Modellen mit Warmluftmantel kann Warmluft gezielt in unterschiedliche Räume geleitet werden, so wird es möglich, diese unabhängig voneinander zu beheizen.

Sie müssen lediglich das Warmluftrohrsystem an die Warmluftabgänge anschließen und dieses Rohrsystem in die jeweiligen Räume führen. Mit verschließbaren Warmluftgittern können Sie die Warmluftzufuhr regulieren.

Das Heizsystem kann auf zwei Weise funktionieren:
ohne Thermoventilator mit Ausnutzung der Kaminwirkung
mit Thermoventilator (Zwangszirkulation)

Mehr über Warmluftverteilung und Auswahl der geeigneten Variante finden Sie in der Seite Warmluftverteilung.

Schema eines Heizkamins – Kamineinsatz mit Warmluftmantel (Konvektionsmantel)

kamineinsaetze_doppelmantelig_schema

Welche Wärmeleistung soll der Kamineinsatz haben?

Um diese Frage beantworten zu können, müssen Sie den Gesamtluftvolumen der zu heizenden Wohnflächen wissen.

Als Faustregel gilt:*
1 kW Wärmeleistung reicht für die Beheizung von 20 m3 Luftvolumen.

* Diese Regel gilt nur als Richtwert. Die tatsächlich notwendige Wärmeleistung ist von verschiedenen Faktoren abhängig – lesen Sie weiter.

Warum ist die richtige Berechnung der notwendigen Wärmeleistung wichtig?

Überdimensionierter Kamineinsatz (mit zu hoher Wärmeleistung) lässt sich nicht richtig anheizen, weil es im Raum unangenehm warm wäre. Ein ständig gedrosselter Kamineinsatz hat eine unzureichende Luftzufuhr, was zu verstärkter Verschmutzung der Glasscheibe, verstärkter Ruß- und Teerbildung und starker Zunahme schädlicher Emissionen führt.

Unterdimensionierter Kamineinsatz (mit zu niedriger Wärmeleistung) wird die zu beheizenden Wohnflächen nicht ausreichend erwärmen. Durch die Überheizung und Nichteinhaltung der vom Hersteller vorgeschriebenen Brennstoffmengen kann der Kamineinsatz nach einiger Zeit beschädigt werden.

Berechnen Sie selbst die erforderliche Wärmeleistung mit Hilfe unseres Kalkulators:

Welcher Schornstein ist notwendig?

Der Schornstein muss in Übereinstimmung mit dem geplanten Heizkamin sein.

Der Durchmesser des Schornsteines soll gleich wie der Durchmesser des Abgasstutzens des Kamineinsatzes sein. Niemals kleiner.

In Einzelfällen kann der Kamineinsatz auch an einen Schornstein mit kleinerem Durchmesser angeschlossen werden (mittels Reduktionsrohr), vorausgesetzt, dass der Schornstein eine genügende wirksame Schornsteinhöhe hat. In diesen Fällen ist aber eine Begutachtung durch den zuständigen Schornsteinfeger durchzuführen.

Die wirksame Schornsteinhöhe (siehe Bild) soll optimal 6-7 m sein. Bei kürzerer Schornsteinhöhe ist eine vorherige Konsultation mit dem Schornsteinfeger sehr ratsam, da der Schornstein eventuell einen unzureichenden Kaminzug hat, um den Kamineinsatz anschließen zu können. Als Mindesthöhe für den Schornstein gelten 5 m.

Kamineinsätze mit sehr hohem Wirkungsgrad (zB Kamineinsatz Venus 12.1) haben eine dementsprechend niedrige Abgastemperatur (niedriger Wärmeverlust durch Abgase). Diese Kamineinsätze sind für Edelstahlschornsteine und feuchtigkeitsunempfindliche Fertigteilschornsteine bestimmt.

Mehr Informationen zum Schornstein finden Sie in der Seite „Schornstein“.

Wo darf ich den Heizkamin aufstellen?

Die Position des Heizkamins ist vor allem durch den Schornstein vorgegeben. Der Kamineinsatz soll an den Schornstein mit geradem Rauchrohr und einem 45°-Kniebogen angeschlossen werden.

Der Heizkamin braucht die Luft (Sauerstoff) zum Brennen. Im Aufstellungsraum muss eine ausreichende Frischluftzufuhr gegeben sein, um die nötige Verbrennungsluft für den Abbrand zu gewährleisten.

In meisten Fällen ist eine externe Luftzufuhr für den Kamineinsatz notwendig. Der Kamineinsatz wird dafür mit einem Stutzen für Frischluft ausgestattet, an den die Frischluftrohrleitung (flexibles Alu-Rohr) angeschlossen wird.

Das ist besonders bei modernen, gut abgedichteten Häusern notwendig, vor Allem auch bei kontrollierten Wohnraumlüftungen.

Die Frischluftversorgung des Kamineinsatzes erfolgt dann entweder durch Luft-Abgas-Schornstein oder vom Außenbereich. (In diesem Fall ist eine schließbare Klappe und ein Gitter gegen das Eindringen von Ungeziefer an der Außenseite einzubauen.)

Achtung – eine unzureichende Frischluftzufuhr verhindert nicht nur die ordentliche Funktion des Kamins, sondern kann auch für die Raumbewohner gefährlich werden! Die Entscheidung, ob Sie den Kamineinsatz mit oder ohne externe Frischluftzufuhr betreiben dürfen, muss der zuständige Schornsteinfeger treffen.

Der Bodenaufbau bzw. die mögliche Deckenbelastung sollte vorab von einer/m Fachfrau/mann auf die Eignung hinsichtlich einer ausreichenden Tragfähigkeit überprüft werden. Bei brennbaren Fußböden sind die vorgeschriebenen Brandschutzmaßnahmen einzuhalten, siehe Seite „Kaminbau“.

In folgenden Räumlichkeiten kann kein Kamin errichtet werden:

in Räumen, wo mit entflammbaren oder explosiven Stoffen manipuliert wird
in Räumen mit anderen Anlagen, die mit offenem Feuer arbeiten (eventuell ist ein hermetisch geschlossener Kamineinsatz mit externer Luftzufuhr möglich)
in Räumen mit Zwangsbelüftung oder mit Abzugsschrank – es entsteht Unterdruck (eventuell ist ein hermetisch geschlossener Kamineinsatz mit externer Luftzufuhr möglich)

ACHTUNG – FEUERSTÄTTEN SIND ABNAHMEPFLICHTIG. DIE ANGEFÜHRTEN ANWEISUNGEN GELTEN ALS EMPFEHLUNGEN. AUF JEDEN FALL SOLLTEN SIE MIT IHREM VORHABEN IM VORFELD DEM ZUSTÄNDIGEN SCHORNSTEINFEGER KONSULTIEREN. DIESER KANN DIE GEGEBENEN BEDINGUNGEN BEURTEILEN UND EVENTUELL WEITERE/ANDERE MAßNAHMEN BESTIMMEN.


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